Fragen und Antworten

 

Hier versuchen wir, einige der im Zusammenhang mit der Kirchenkreis-Fusion gestellten Fragen zu beantworten.

Haben Sie darüber hinaus Fragen oder Themen, die Sie ansprechen möchten, wenden Sie sich gern unter der folgenden E-Mail-Adresse an uns: kkfusion.sprengel-lg@evlka.de


 

Die demographischen Veränderungen (Stichwort umgekehrte Alterspyramide) und die Individualisierung der Gesellschaft spüren wir als Kirche - in den Kirchenmitgliederzahlen, beim Personal und in der Finanzierung.

Wir möchten Ressourcen bündeln. Dadurch müssen Zuständigkeitsräume größer werden. Dies betrifft alle Ebenen.

Wir möchten unsere Stärken und unser Wissen besser nutzen. Daher werden die Kompetenzen und Erfahrungen aus den drei bisherigen unterschiedlichen Kirchenkreisen werden besser kommuniziert und gebündelt.

Das stellt an uns die Herausforderung, gute unterstützende Strukturen zu schaffen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Lösung ist daher auch, die Verwaltung zu konzentrieren und digitaler zu machen.

Den Menschen gerecht werden: sowohl unseren Mitarbeitenden als auch all den Menschen, für die wir da sein möchten mit unseren diakonischen Angebote und der christlichen Botschaft.

Auf Änderungen, die auf uns zu kommen, wollen wir vorausblickend und verantwortungsvoll reagieren. Strukturell gut aufgestellt zu sein ermöglicht mehr Raum und Energie für kreative, diakonische und seelsorgerliche gute Arbeit.
 

Kurzfristig entstehen die meisten Kosten:
Finanziell wird vor allem im Bereich der Digitalisierung investiert - die Arbeitsmittel der Mitarbeitenden müssen auf einen aktuellen und zentralisierten Stand gebracht werden, die Softwarelösungen vereinheitlicht etc.

Langfristig kann es zu Einsparungen kommen:
Weniger Ausgaben wird es z.B. durch Sammelverträge geben, die zentrale Wartung der Software. Es werden weniger Mitarbeitende benötigt.

Insgesamt ist es erst einmal mehr Aufwand, bevor es leichter wird:
Viel Denken und Planungsarbeit wird geleistet, um verantwortungsvolle und gerechte Entscheidungen zu treffen und effiziente Strukturen zu schaffen. Daran arbeiten viele mit.

Ja, jedoch nicht durch Kündigungen. Durch Mitarbeitende, die in Rente gehen und für die weniger Menschen nachkommen, nimmt die Zahl der Mitarbeitenden im Laufe der Jahre ab. Der Personalbedarf wird automatisch geringer durch smartere Verwaltungslösungen und digitalisierte Prozesse.

Kurz: Unterbesetzung, ineffiziente Strukturen, Augen verschließen vor dem was kommt, Unterfinanzierung, nicht mehr handlungsfähig sein und den Menschen nicht mehr gerecht werden können. Unabhängig von der Fusion soll das Momentum genutzt werden, um Verwaltungsprozesse einfacher, einheitlicher und für die Nutzenden übersichtlicher zu gestalten.

Gleichzeitig biette uns der Fusionsprozess die Chance, Kirche neu zu denken und neuartige Formate auszuprobieren, zusammenzuwachsen, von anderen zu lernen und uns auf unsere Stärken zu konzentrieren.

Alle drei Kirchenkreise haben zugestimmt, den Fusionsprozess gemeinsam zu gestalten. Die Motivation dazu kommt aus den Wunsch, kirchliche Angebote für die Menschen gut aufzustellen, die Sorge um die Mitarbeitenden, den Prognosen sowie dem solidarischen Gemeinschaftsgefühl.

Gleichwohl gilt es immer wieder, auch voneinander abweichende Partikularinteressen aufeinander abzustimmen und Kompromisse zu finden, um den Erwartungshaltungen aller Beteiligten so gut es eben möglich ist, gerecht zu werden.

Andere Kirchenkreise und Regionen werden sicher im Laufe der Zeit vor ähnlichen Entscheidungsprozessen stehen. Zudem hat es neben der Fusion der Kirchenkreise Bleckede und Lüneburg im Jahr 2017 bereits andere Kirchenkreisfusionen innerhalb der Landeskirche gegeben, zum Beispiel Wolfsburg-Wittingen und Burgwedel-Langenhagen.

Bereits seit einiger Zeit ist der zunehmende Fachkräftemangel in allen kirchlichen Berufen spürbar. Mit weniger Personal kann nicht alles weitergemacht werden wie bisher. Dem Veränderungsprozess wollen wir bewusst begegnen, statt in immer mehr Arbeit zu versinken. Auch wenn es zunächst Arbeit bedeutet: Mit Digitalisierung, Exnovation und Ermutigung zu Neuem bündeln wir Kräfte, Mittel und Kompetenzen, stärken die Strukturen und sichern langfristig Arbeitsplätze.

Eines ist sicher: Die Weiterentwicklung und Neugestaltung kann nur gemeinsam funktionieren. Alle sind eingeladen, Ideen beizusteuern und ihr Wissen aus den Fachbereichen einzubringen.

Niemand muss um seinen Arbeitsplatz oder seine Eingruppierung fürchten.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dazu keinen pauschalen Beschluss. Zusammenlegungen werden individuell nach sorgfältiger Bestandsaufnahmen, Erörterung und besten Möglichkeiten entschieden.

Manchmal ist eine zeitnahe Zusammenlegung sinnvoll. Manchmal sind die Gegebenheiten zu unterschiedlich. Nicht in allen Kirchenkreisen gibt es die gleichen inhaltlichen Ausrichtungen, vergleichbar arbeitende Einrichtungen, Fachdienste, Stabstellen und Abteilungen.

Der Fusionsprozess ist nicht mit einem festen Datum abgeschlossen, er entwickelt sich fortlaufend und unter Mitwirkung der Mitarbeitenden. Uns ist klar: Zusammenwachsen ist ein langjähriger Prozess. Die Zusammenarbeit soll in jedem Fall gefördert werden.

Ja. Wissen und Erfahrungen der Mitarbeitenden um die Bedürfnisse und Identitäten vor Ort sind elementar für eine zielgerichtet Angebotsstruktur. Schwerpunkte der Landeskirche wie z. B. „Anfänge des Glaubens“ und Erkenntnisse aus den Gemeindestrukturen und -daten unterstützen diese Entscheidungen.

Manche, die allein unterwegs sind, bekommen nun durch Kollegen Unterstützung und neue Ideen. Man muss nicht alles alleine machen. Was in einem Kirchenkreis oder Amt gut läuft, davon können andere profitieren.

Bestimmte Aufgaben und Prozesse wie die Digitalisierung haben neuen Schwung bekommen und werden zügig angegangen.

Wir denken voraus, damit nicht in fünf Jahren wieder neu strukturiert werden muss. Damit begegnen wir Herausforderungen aktiv, statt nur zu reagieren auf das nächste Problem.

Der Anpassungsprozess hat nun tatsächlich noch mal eine neue Dynamik bekommen – durch aktualisierte Prognosen (weitere Einsparungen ab 2029) sowie durch die Fusion. Die bisherigen Strukturüberlegungen scheinen nicht mehr auszureichen. Das wird anhand der Datenlage deutlich und in den Gemeindeverbänden und -regionen zu beraten sein: Sollten es größere Einheiten sein oder braucht es einen Systemwechsel? 

Durch die Bündelung von Ressourcen, klare Zuständigkeiten und gemeinsame Standards können Aufgaben verlässlich verteilt und Überlastungen vermieden werden. Die bisherigen Angebote, die sich an die Menschen richten, sollen stabil bleiben oder sogar gestärkt werden.

Geplant ist eine gemeinsame Leitung für den neuen Kirchenkreis, ergänzt durch regionale Verantwortliche. So bleibt die Leitung übersichtlich, und regionale Besonderheiten können weiterhin berücksichtigt werden.

Das gute Funktionieren der Arbeit der Kirchengemeinden wird auch in Zukunft zentral bleiben. Dies soll unter anderem durch regionale Ansprechpartner:innen, Präsenz vor Ort und regelmäßige Abstimmungen gewährleistet werden. Ziel ist es, dass Gemeinden weiterhin schnell Unterstützung erhalten und ihre Anliegen gehört werden.

Verbindende Aktionen und identitätsstiftendende Inhalte werden kirchenkreisweit geplant – für die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit.

Ja, mehrere Standorte sind möglich, um Wege kurz zu halten und die Arbeitsfähigkeit in der Fläche zu sichern.

Die drei Kirchenkreise haben unterschiedliche Profile, Größen und Projekte. Lokale Beziehungen und die regionale Identität und werden weiterhin eine sehr wichtige Rolle spielen.

Regionale Stärken und Traditionen bleiben auch in Zukunft sichtbar.

Gemeinsam und unter dem Aspekt der Verbindung und Arbeitserleichterung entsteht Neues.

Das soll ausdrücklich vermieden werden. Die regionale Aufteilung, direkte Ansprechpartner:innen und kurze Kommunikationswege sollen sicherstellen, dass Kirche weiterhin nah an den Menschen bleibt.

Nein. Die bisherigen Strukturüberlegungen waren und sind ein wichtiger Bestandteil des Prozesses. Sie bilden eine Grundlage, um Stärken, Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar zu machen. Auch wenn nicht jede Idee eins zu eins umgesetzt werden kann, fließen die Erfahrungen und Perspektiven aus den einzelnen Kirchenkreisen in die gemeinsame Ausrichtung ein und helfen, bessere und realistischere Entscheidungen zu treffen.
 

Die Zusammenlegung der Kirchenämter ist aktuell für den 1. Januar 2028 geplant. Die gesamte Kirchenkreisfusion wird voraussichtlich erst im Jahr 2035 vollständig abgeschlossen sein. Einzelne Teilziele werden aktuell noch von der Lenkungsgruppe erarbeitet. Derzeit findet eine umfassende Erhebung der Datenbasis statt.

Im Wendland ist die Diakonie direkt dem Kirchenkreis zugeordnet und damit unmittelbar von einer möglichen Fusion betroffen. Der diakonische Träger Lebensraum Diakonie arbeitet bereits heute kirchenkreisübergreifend und vereint Dienste aus dem Kirchenkreis Lüneburg und dem Kirchenkreis Uelzen. Entsprechend sind dort aktuell zwei Sitze vertreten.

Im Zuge einer Kirchenkreisfusion wird geprüft werden, inwieweit bestehende diakonische Strukturen angepasst und einzelne Dienste organisatorisch sinnvoll zusammengeführt oder integriert werden können. Ziel ist es, tragfähige Strukturen zu erhalten und Synergien zu nutzen, ohne die Qualität der diakonischen Arbeit zu beeinträchtigen.

Eine Bezeichnung für den neuen Kirchenkreis gibt es bislang nicht. Wir wissen, dass die Namensgebung ein besonders sensibler Aspekt im Fusionsprozess ist. Hierbei werden die Kirchenkreissynoden mit einbezogen werden.

Eine Fusion ist dann erfolgreich, wenn sie im Alltag spürbar entlastet: durch klare Zuständigkeiten, verlässliche Abläufe, funktionierende digitale Strukturen und gute Zusammenarbeit. Wenn Verwaltung effizient im Hintergrund arbeitet, Mitarbeitende sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen erleben und mehr Zeit und Energie für kirchliche Inhalte und die Menschen vor Ort bleibt, hat die Fusion ihr Ziel erreicht.